Die dunkle Seite des Seehandels

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Die dunkle Seite des Seehandels
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Containerschiff auf hoher See.

Am 31. Mai 1968 legte die „American Lancer“ als erstes Containerschiff mit 272 Containern in Hamburg an und leitete eine Ära ein. Die Containerschifffahrt verdrängte die traditionelle Frachtschifffahrt unerwartet zügig; heute verkehren täglich etwa 7300 Containerschiffe auf den Weltmeeren.

Der Seehandel hat seine Vorteile: Er ermöglicht den Waren- und Güterverkehr über die Ozeane hinweg, verbindet weit entfernte Nationen, fördert das Wirtschaftswachstum und unterstützt unzählige Branchen weltweit. Doch es gibt auch eine dunkle Seite. Die Anzahl monatelang „geparkter“ Frachtschiffe mit Seeleuten, die ohne Lohn und Proviant an Bord festsitzen, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Auch verlorene Container, Schiffsverluste und eine hohe Zahl an Arbeitsunfällen machen sichtbar, dass der wahre Preis der billigen Seefracht oft von einer unsichtbaren Besatzung gezahlt wird.Wenn ein Reeder insolvent wird, kann es vorkommen, dass er sein Schiff und dessen Besatzung einfach auf See zurücklässt. Die Crew ist dann sich selbst überlassen und treibt oft monatelang hilflos umher. In ihrer Not sind die Seeleute meist auf die Hilfe der International Transport Workers’ Federation und von Missionaren angewiesen. Diese Organisationen nutzen eigene Boote, um mit kleinen Kränen grundlegende Vorräte wie Lebensmittel und Getränke auf die gestrandeten Schiffe zu bringen.Schiffe werden aber auch verlassen, weil die Betriebskosten zu hoch sind oder das Schiff beschlagnahmt wurde. Weitere häufige Ursachen sind technische Defekte, die teurer zu reparieren wären als der Schiffswert, sowie rechtliche Probleme durch Sanktionen, Dokumentenmängel oder kriminelle Aktivitäten.90 Prozent der verlassenen Schiffe fahren unter einer Billigflagge, also Nationalflaggen bestimmter Staaten, unter denen ausländische Reeder ihre Handelsschiffe registrieren, um Kosten zu senken, niedrigere Steuern zu zahlen und um höhere Sicherheits- oder Sozialstandards zu umgehen.Todesfälle auf Frachtschiffen sind ein schwerwiegendes Thema der Seefahrt. Laut neuesten Daten führen hauptsächlich Krankheiten zum Tod, während Arbeitsunfälle und das Fallen über Bord weitere bedeutende Risikofaktoren darstellen. Unfälle im Bordalltag werden häufig verstärkt durch Müdigkeit, lange Arbeitszeiten, Nachtarbeit, Zeitdruck beim Laden/Löschen und unzureichende Aufmerksamkeit oder Sicherheitskultur. Weltweit zirkulieren schätzungsweise 25 bis 40 Millionen Container. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gehen einige von ihnen durch Unwetter und raue See, menschliches Versagen, Stapelkollaps sowie seltene Ereignisse wie Kollisionen oder das Auflaufen auf Riffe, verloren.Die über Bord gegangene Fracht sinkt oft nicht sofort auf den Meeresgrund, sondern schwimmt noch tage- und wochenlang als gefährliches Treibgut auf der Wasseroberfläche, bevor sie verschwindet. Die Umleitung von Schiffsrouten weg vom Roten Meer führte zu erheblich mehr Verkehr um das Kap der Guten Hoffnung. Diese Region ist für ihre gefährlichen Wetterbedingungen bekannt. 200 verlorene Container gab es allein in dieser Region.Der wahre Preis des „billigen“ Seehandels wird somit nicht von den Verbrauchern getragen, sondern von der Umwelt und den Arbeitskräften in der Branche. Strengere internationale Umweltstandards, verbesserte Arbeitsbedingungen und der Schutz von Seeleuten sowie verbindliche Versicherungen gegen verlassene Schiffe und mehr Transparenz in den Lieferketten könnten die Nachteile des billigen Seehandels minimieren.Die Zeitungsseite zum ThemaZum Thema dieses Artikels ist in der Berliner Morgenpost eine große Grafikseite von Henriette Anders erschienen. Alle auf dieser Seite abgebildeten Grafiken sind von ihr. Sie können die Seite in digitaler Form unter nachstehendem Link betrachten:

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