Handball-Trainer André Fuhr soll über Jahre hinweg Spielerinnen gedemütigt, gestalkt und sexuell bedrängt haben. Zuletzt arbeitete er beim BVB und als U20-Nationalcoach. Es stellt sich dich Frage warum er immer wieder einen neuen Job fand.
Am Wochenende war der Handballtrainer Markus Gaugisch mit seiner Bundesliga-Frauen-Mannschaft der SG BBM Bietigheim in Dänemark. In Odense verloren sie ein Champions-League-Spiel. Doch das geriet fast zur Nebensache.
Als Gaugisch am Samstag einen Artikel mit dem Titel"Psychoterror im Frauenhandball" las, ist er erschrocken. Derbeschrieb, wie der Trainer André Fuhr, 51, über Jahre hinweg auf seinen Stationen im ostwestfälischen Blomberg, im schwäbischen Metzingen und zuletzt im westfälischen Dortmund Spielerinnen gedemütigt, gestalkt und sexuell bedrängt haben soll.
An die Öffentlichkeit war die Angelegenheit vor wenigen Wochen gelangt, weil die Nationalspielerinnen Amelie Berger und Mia Zschocke bei Borussia Dortmund fristlos gekündigt haben mit Verweis auf Fuhrs Fehlverhalten. Zschocke spielt mittlerweile in Storhamar in Norwegen, Berger in Bensheim. Zschocke ist seit Montag auch beim Lehrgang der Nationalmannschaft dabei, Berger nicht, weil sie nach einem Kreuzbandriss immer noch in der langwierigen Reha steckt.
Nun ist eine der vielen schmerzlichen Fragen, die den deutschen Frauenhandball plagen, warum ein Trainer, der Spielerinnen anging, immer wieder einen neuen Job fand und warum niemand diesen Trainer anzeigte oder innerhalb der Branche anderweitig zu erwirken versuchte, dass so ein Mann keine Anstellung mehr bekommt.